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Regionalkonferenz "Auf gute Nachbarschaft" am 29.05.06 in Meinerzhagen

Kurztext:

Auf gute Nachbarschaft - Regionale Einzalhandelskonzepte im ländlichen Raum

Datum:
Montag, 29. Mai 2006

Zur Vorbereitung auf die nächste Regionalratssitzung im Juni ließen sich die SPD-Fraktion im Regionalrat Arnsberg und die inetressierten ZuhörerInnen von den namhaften Referenten über den Sinn und die Chancen von Regionalen Einzalhandelskonzepten im ländlichen Raum informieren.

Herr Frank Osterhage vom ILS NRW in Dortmund berichtete zunächst über seine Untersuchungen zu den bereits bestehenden Regionalen Einzelhandelskonzepten in NRW. Er wies auf die großen Unterschiede der einzelnen Kooperationsräume hin und verdeutlichte, dass solche Konzepte keine Selbstläufer sind, sondern intensiver Betreuung bedürfen. An erfolgreichen Beispielen erörterte er verschiedene Umsetzungsstrategien und Minitoringsysteme. Im Ergebnis sah er vielfältige positive Effekte regionaler Einzelhandelskonzepte, die durch eine verbindliche Verankerung im Planungsrecht noch weiter gesteigert werden könnten.

Herr Stefan Kruse vom Gutachterbüro Junker + Kruse aus Dortmund berichtete sodann über die nach seiner Erfahrung zu erzielenden Vorteile für die Ratsmitglieder in den Städten und Gemeinden, die mit der Drohung der Investoren, in die Nachbargemeinde umzusiedeln nicht mehr erpresst werden können, aber auch für die Unternehmen, die sich einer klaren und transparenten Planungssituation gegenübersehen. Auch er zog ein positives Fazit für regionale Einzelhandelskonzepte, hielt aber auch eine höhere Verbindlichkeit für sinnvoll.

Herr Markus Lehrmann von der IHK zu Bielefeld berichtet schließlich von dem erfolgreichen regionalen Einzalhandelskonzept in OWL, bei dem sich ca. 70 Städte und Gemeinden zusammengefunden haben. Er stellte die verschiedenen Prüfschemata vor, die auf die einzelnen Branchen zugeschnitten sind und mit denen jedes Projekt auf seine Verträglichkeit geprüft wird. Hieran könnten sich auch die Investoren halten, die ihr Projekt von vornherein so gestalten könnten, dass es in die Landschaft passt. Die mit Zahlen belegte Erfahrung in OWL zeigt, dass sich regionale Einzelhandelskonzepte positiv auf die Stärkung der Innenstädte auswirken. Er bewertete allerdings die Forderung nach mehr Verbindlichkeit eher differenziert, da das große Konzept in OWL zu Beginn wohl eher gescheitert wäre, wenn sich die zunächst kritischen Bürgermeister einem größeren Zwang ausgesetzt gesehehn hätten.

In der abschließenden Diskussion mit den ZuhörerInnen wurde deutlich, dass gerade die kleinen Gemeinden im ländlichen Raum von derartigen regionalen Einzalhandelskonzepten profitieren, da sie baurechtliche Möglichkeiten erhalten, die sie alleine, ohne die Kooperation mit anderen von der Gesetzeslage her nicht hätten.

Die SPD-Fraktion wird die positiven Anregungen und Erkenntnisse aus dieser Veranstaltung bei der Vorbereitung der nächsten Regionalratssitzung berücksichtigen und als Impuls in die Diskussion einbringen. Sie wird zusammen mit der Bezirksregierung für die Einrichtung Regionaler Einzelhandelskonzepte auch und gerade im ländlichen Raum werben.