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Fracking - Pro und Contra

Kurztext:

Zu einer öffentlichen Diskussion hatte die SPD-Regionalratsfraktion nach Lüdenscheid eingeladen. Frau Pia Heugel und Herr Michael Blum von der Firma Wintershall vertraten das Pro, Herr Klaus Brunsmeier vom BUND und Frau Christa Stiller-Ludwig von der Unteren Wasserbehörde in Hagen das Contra.

v.l.: Klaus Brunsmeier, Christa Stiller-Ludwig, Katja Kirmizikan, Wolfgang Ewald, Pia Heugel, Michael Blum

Datum:
Montag, 25. Juni 2012

Herr Michael Blum, als Projektleiter der Firma Wintershall u.a. zuständig für das Erlaubnisfeld Ruhr erleuterte den Stand des Verfahrens und des Vorhabens. Man wolle zunächst nur Probebohrungen setzen, die nur ca. 300 Meter tief gingen, um anhand des dabei gezogenen Bohrkerns die Lage der gasführenden Alaunschieferschichten zu ergründen. Fracking würde dabei nicht eingesetzt. Im Moment seien 10 Standorte in der engeren Auswahl. Diese Zahl werde noch auf fünf Standorte reduziert, die letzlich im Bereich der Kreise Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis und des Kreises Mettmann lägen. Genauere Angaben wollte er mit Rücksicht auf die Gespräche mit den Grundstückseigentümern nicht machen.

Frau Stiller-Ludwig, Leiterin der Unteren Wasserbehörde in Hagen stellte in ihrem Vortrag bisher nicht beantwortete Fragen und gab ihrerseits Antworten auf bisher nicht gestellte Fragen. Die von Herrn Blum angesprochenen Probebohrungen seien unproblematisch. Das sei geübte Praxis bei zahlreichen Geothermiebohrungen. Aber diese Bohrungen dienten ja dem Ziel, das Erdgas im Ergebnis zu fördern und das sei nun mal nicht ohne Fracking zu bewerkstelligen. Die Fracking-Technik sei aber immer noch mit zu viel Unwissen behaftet, sowohl auf der Seite der Gegner, als auch auf der der Befürworter. Niemand wisse, was genau tief in der Erde passiere. Die Gesteinsschichten unter dem Sauerland seien vielfach gefaltet und mit zahlreichen Verwerfungen versehen, die nur ungefähr nachvollzogen werden könnten. Die Fracking-Befürworter würden aber immer mit schönen Graphiken arbeiten, in denen die Gesteinsschichten lang und gradlinig verlaufen. Auffaltungen und Verwerfungen an denen immer Unvorhergesehenes passieren kann, seien dabei nicht vorgesehen. All die Ungewissheiten und offenen Fragen müssten erst beantwortet sein, bevor so eine hochrisikobehaftete Technik eingesetzt werden könne.

Herr Klaus Brunsmeier vom BUND wies darauf hin, dass es nicht ausreiche, wenn das Bergrecht mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung ausgestattet werde, da diese nur für die Oberfäche gelte. Die Umweltauswirkungen unter der Erde würden dabei nicht berücksichtigt. Im Übrigen habe jede Aufsuchungserlaubnis zur Folge, dass die nachgeordneten Behörden in ihrer Entscheidung gebunden seien. Nachfolgende Anträge der Abbaufirmen auf Probebohrungen oder gar Förderung dürften dann nicht mehr versagt werden. Das Bergrecht sei völlig veraltet und diene nur der Durchsetzung der Interessen der Abbaubetriebe gegen die der Grundstückseigentümer und der Bevölkerung.  "Wenn wir nicht aufpassen, geht hier alles nach Recht und Gesetz." formulierte Brunsmeier provokant. Das Bergrecht müsse weg.

Wolfgang Ewald und Katja Kirmizikan von der SPD-Regionalratsfraktion, die die Veranstaltung moderierten, verwiesen in der emotionalen Diskussion auf die Bundesratsinitiative des Landes NRW, die eben auch eine Änderung der UVP-Regeln beinhalte, nämlich dafür, dass die Umweltauswirkungen auch unter der Erdoberfläche untersucht würden.

Wolfgang Ewald machte den Vorschlag, das Moratorium, also das Stillhalteabkommen das die Ernergieunternehmen mit dem Land NRW vereinbart haben, nicht nur auf die Gasförderung mittels Fracking zu verstehen, sondern auch auf die vorangehenden Stufen, nämlich die Aufsuchungserlaubnis und Probebohrungen zu erweitern. Hierzu bekam er von den beiden Vertretern der Firma Wintershall keine eindeutige Zusage, da diese ihre Kompetenzen überschreiten würde, aber Frau Heugel versicherte, diese Idee wohlwollend zu prüfen.

Zum Schluss der Veranstaltung kündigte Wolfgang Ewald die Folgeveranstaltung am 04.09.2012 an, bei der auch Bundespolitiker anwesend sein werden.

AnhangGröße
Presse Der Westen. de - Gefährlicher Vorstoß ins Ungewisse - Besorgte Bürger contra Erdgasbohrung.pdf435.02 KB
Presse DerWesten.de - Fracking-Gegner in der defensive - Besorgte Zuhörer aus Neuenrade.pdf448.49 KB
Presse FRACKING 25.6.2012.doc35 KB
Presse WR - BUND-Vize appelliert an Fracking-Gegner 2012-06-26.pdf295.6 KB